Dr. Mark Benecke - Bodyfarm

Dr. Mark Benecke - Bodyfarm

Auch hier gilt, wie bei meinen Event mit Dr.Mark Benecke am 17.3.22, da es eine sehr begehrte Veranstaltung ist solltet ihr euch jetzt schon Karten kaufen, da schnell ausverkauft ist.

„Alles ist 'ne Spur. Ob die Bedeutung hat, ist 'ne andere Sache. Aber das lösen Sie nicht durch denken. Denken ist schlecht."

Das Lösen von Fällen erfordert selbstverständlich das Kombinieren anhand von Spuren und letztlich eine Wertung der Ereignisse; als Sachverständiger muss auch Benecke bisweilen wertende Einschätzungen vor Gericht äußern. In erster Linie gilt aber: „Ich bin nicht Polizist, nicht Philosoph, ich bin nicht cool oder schlau, ich bin Biologe." Und als solchen interessiert ihn eine Leiche nicht als Opfer in einem Fall, sondern erst einmal ganz neutral. Es werden alle Informationen gesammelt, die das Forschungsobjekt preisgibt; dazu können Verfärbungen und Veränderungen der Konsistenz der Haut, das Verhältnis von intaktem zu verfaultem Gewebe, das Vorhandensein oder Fehlen von Haar sowie Fraßspuren von Tieren, ob groß oder ganz klein, und vieles mehr gehören. Um Zuordnen zu können, welche Eigenschaften des toten Körpers auf welche Ursachen zurückzuführen sind, ist es wichtig, Vergleichsdaten, die unter kontrollierten Bedingungen gewonnen wurden,heranziehen zu können.

Dafür sind Body Farmen da: Hier werden gespendete sterbliche Überreste unter den verschiedensten Bedingungen „gelagert", sodass der Einfluss von Feuchtigkeit, Liegezeit, Luftkontakt, Temperatur, Zugänglichkeit für Säugetiere und Insekten, etc. auf Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters, Körperfettanteils und so fort festgehalten werden kann. Die Dokumentation findet durch regelmäßige umfassende „Fotoshootings" mit den Versuchsobjekten statt. Ansehen dürfen sich das zum Teil auch Polizist*innen oder FBI-Mitglieder. Diese werden, nach dem Studium von Fachliteratur, im Praxisteil ihrer forensische Anthropologie-Seminare mit Haribo für das Interesse an Krabbeltieren belohnt und mit Aussagen wie „Wenn ihr die Hand in den Madenteppich steckt, passiert etwas Spannendes"* gelockt.
So werden die Berührungsängste mit den „Herrschern der Welt" (a.k.a. den Gliedertieren) gemindert — bis man irgendwann auf Benecke-Niveau ankommt und Maden zum Werbesymbol oder Fauchschaben zu seinen Haustieren macht.

Problematisch für Body Farmen ist vor allem das zweifelhafte Renommee. Während Horrorfilm-Produktionen sich über Sponsoring durch Software-Giganten freuen dürfen, will sich mit der Erforschung realer Leichen keine Firma schmücken. So arbeiten Body Farmen im wesentlichen „no budget" und müssen von ihren Spendern sogar verlangen, eine Lebensversicherung auf die Body Farm abzuschließen, um sich deren Aufnahme leisten zu können.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass es bislang nur eine überdauernde Body Farm, nämlich in Knoxville, Tennessee, gibt. Spannend bleibt, was aus den geplanten Einrich-tungen in Amsterdam und Frankfurt wird. Zumindest darf man in Europa vermutlich davon ausgehen, dass kein NATO-Stacheldraht auf den Mauern des Geländes nötig sein wird, um Kinder davon abzuhalten, Schädel für Halloween-Kostüme und -Dekoration auszubuddeln, wie es in den USA häufiger der Fall war.

Neben Unmengen an Informationen zur Arbeit von Kriminalbiolog*innen erfährt man auch alles Mögliche und Unmögliche, mit dem man nicht gerechnet hätte.
Durch die Reibung zwischen den Tieren erreichen Madenteppiche Temperaturen, die bis zu zehn Grad höher als die der Umgebung sind.
Auf naturwissenschaftlichen Tagungen werden regelmäßig Vorträge zur aktuellen Karohemdmode gehalten; Beerdigungen sind stoffkreislauftechnisch besser als Einäscherungen, weil die Kalorien erhalten bleiben; auch Hühner bevorzugen Individuen mit symmetrischen Gesichtern; Badewanne + Säure ergibt keine Leichenverschwindezauber, selbst in den USA kann man einem Kulturschock nicht entgehen und Theologie-Studierende, die (im Rahmen einer Studie) während einer Karfreitagsmesse LSD einnehmen, werden am Ende wahrscheinlicher Priester.

Die halbstündige Pause während des etwa zweieinhalbstündigen Programms ermöglicht es, die Behandlung weiterer Themen im zweiten Veranstaltungsteil durch Niederschrift im Fragenbuch anzuregen, so man die Fragen nicht schon (willkommenerweise) während des ersten Teils in den Raum gerufen hat.

!!! Bitte beachtet das diese Veranstaltung wirklich nicht's für schwache Nerven ist. Wer sich schnell ekelt o.ä sollte lieber von diesem Event Abstand nehmen. In seiner Veranstaltung weist er immer wieder darauf hin, den Saal rechtzeitig zu verlassen oder die Augen und Ohren zu schließen bei bestimmten Passagen , die er meist vorher ansagt, das der Vortrag nicht unnötig gestört wird.
Was leider doch immer wieder vorkommt.
Und, wer zu spät kommt dem wird nicht mehr der Einlass gewährt, sondern erst in der Pause. Das sind seine Bedingungen und ich finde auch nur verständlich.

Den Link zur Kartenbestellung erhaltet ihr bei der Anmeldung von mir.

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Mittwoch, 14.12.2022 19:00 Uhr

Hasenheide 107, 10967 Berlin, Deutschland

Lesung & Vortrag, Sonstiges


Eventinformationen


Anmeldeschluss Mittwoch, 14.12.2022 18:00 Uhr

Kosten
35,05€/ Karte bitte jeder selbst Karten besorgen. Siehe Link am Ende der Eventbeschreibung

Teilnehmer 1 (keine Männer und eine Frau )

Max. Teilnehmer Keine Teilnehmerbegrenzung

Max. Begleitpersonen Keine Begleitpersonen

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